Einer der wichtigsten Faktoren der körperlichen Bewegung beim Bowlingspiel ist die Balance. Um sie richtig einzuschätzen, stellen wir folgenden Vergleich an: Bei unseren Fachausdrücken kommt der Begriff CG vor (Center of Gravity), der gleichbedeutend ist mit Zentrum des Schwerpunktes - eines Gegenstandes, in diesem Fall eines Bowlingballes. Davon abgeleitet hat auch der menschliche Körper ein CG. Nach wissenschaftlicher Bestätigung befindet sich dieses im Bereich der Hüfte (Bild). Das Thema Balance beginnt bereits mit der Aufstellung des Bowlers. Eine 10-15 Grad- Neigung des Oberkörper nach vorne sollte eine 10-15 Grad-Neigung der Hüfte nach hinten als Gegenbalance entstehen lassen (als wenn man auf einer Stuhlkante sitzt). Dies bewirkt eine Konterbalance. Aus einer Aufstellung mit Ballhalte in Pendellinie (Schulter) und einem 90 Grad Winkel von Oberarm zu Ellenbogen und zum Unterarm beginnt der Start und Pushaway (nach vorne bringen des Balls) mit dem rechten (Rechtshänder RH) bzw. linken (Linkshänder LH) Fuß. Der sogenannte Vorbereitungsschritt für den 5-Schritte-Anlauf ist nicht mitgerechnet. Wichtig ist nun, dass beim Einsatz der Ball nur soweit nach vorne gebracht wird, dass er sich ca.5-6 cm vor der Einsatzschuhspitze befindet, somit bleibt dass Gewicht des Balles im Balancezentrum der Bewegung. Strecken wir beim Einsatz (Pushaway) den Arm mit dem Ball zu weit nach vorne, so wird auch der Oberkörper nach vorne/unten gezogen, da das Gewicht des Balls zum tragen kommt und unseren ganzen Oberkörper aus der Balance bringt. Dies behindert auch eine ausbalancierte und stabile Endhaltung. Das dabei die Zieltrefferquote enorm nach unten geht, versteht sich von selbst. Einer der wichtigen Punkte zum Erreichen einer positiven Balance ist der Einsatz des Nichtspielarms. Er sollte die ausgleichende Wirkung, wie bei der Balancestange eines Seiltänzers, darstellen. Ohne ausgestreckte Arme oder eine Stange würde ein Seiltänzer sicherlich die Balance verlieren und abstürzen. Diese Bewegungen eines Seiltänzers führen uns zu einem weiteren Balance- Thema, den Schritten. Zwei Gründe, warum wir einmal darauf achten sollten, das wir beim Anlauf die Füße nebeneinander setzen und vor dem Start den linken (RH), bzw. den rechten (LH) Fuß etwas nach vorne setzen sollten ( je nach Hüftbreite etwas mehr oder weniger). Grund1: Wenn wir bei der Aufstellposition den linken (RH) bzw. den rechten (LH) Fuß etwas nach vorne stellen (Oberkörper bleibt gerade), öffnet sich die Hüfte - je nach Erfordernis. Durch dieses Öffnen der Hüfte ist eine nähere Pendellinie am Körperzentrum Balancezentrum möglich und bringt uns daher auch mehr Zielgenauigkeit. Grund2: Die Füße bewegen sich in Folge dessen mehr im Ablauf Fuss vor Fuss (wie beim Seiltänzer), und damit wiederum näher am Balancezentrum Wenn uns nun aus dieser, von zwei US-Universitäten bestätigten Betrachtung einiges über die Wichtigkeit der Balance klar wird, so sollten wir daran gehen, es Punkt für Punkt zu versuchen. Denken Sie immer daran. Der Erfolgsweg läuft über: unbekannt - unbequem - schlechtes Gefühl zu ich weiß warum - wird schon bequemer - ein besseres Gefühl zu Automation. Nur etwas Geduld muss man haben! Auch wenn Du dich statt dessen für einen neuen Ball entscheidest - was irgendwann sicher auch wieder ein Thema ist - dein Bewegungsproblem bleibt. Anmerkung: Dies sind keine Tipps aus einem Bowlingkochbuch, das gibt es nämlich nicht. Es sollten Erklärungen für die Logik, untermauert durch wissenschaftliche Untersuchungen, sein. Noch etwas: Sollte jemand rückwärts anlaufen und dabei über 200 Pin Jahresschnitt spielen, so ist sein Spiel für ihn richtig., als wenn wir Fuß neben Fuß anlaufen